Archive for Juni, 2007

Kim Gordon vs. Jürgen Warmke-Rose

Freitag, Juni 29th, 2007

Zwei interessante Abende habe ich hinter mir.

Vorgestern bei “Sonic Youth performing Daydream Nation” in Berlin die Jugendzeit in Erinnerung gebracht. Wenn ich mit 54 noch so durch die Gegend rocke wie Sonic Youth-Bassistin Kim Gordon, dann kann ich nicht viel falsch gemacht haben. Auf jeden Fall wurde erneut unter Beweis gestellt, wie weit vorne diese Band in den 80ern war und selbst heute noch ist. Gleichzeitig wurde man Zeuge einer revolutionären Stimmung. Die Band musste angesichts des nicht endenen Applauses noch ein Stück spielen, ob wohl sich das Publikum bereits seit einer viertel Stunde im Saallicht befand und die Rowdies schon am abbauen waren.

Gestern dann Bezirksversammlung: Jürgen Warmke-Rose wird zum neuen Bezirksamtsleiter gewählt. Damit können wir uns wieder der Sachpolitik widmen und hoffen, dass das Bezirksamt nun endlich etwas straffer geführt wird. Die Debatte vor dem Misstrauensvotum gegen Herrn Fock war noch einmal ein heftiger Schlagabtausch. Leider oder vielleicht auch erfreulicherweise zeigte der sonst so sonntagsredenverliebte Fock sein wahres Gesicht. Auf einmal war die Rede von schwarz-grüner Gleichschaltung. Als wolle er neben seiner Führungsschwäche auch noch seine historische Unsensibilität als Grund für seine Abwahl ins Felde führen. Nazijargon steht einem zukünftigen FDP-Bürgerschaftskandidaten jedenfalls nicht so gut. Und bei einem dem Parlament zustehenden Verfahren wie dem konstruktiven Misstrauensvotum von einem “Schaden für die Demokratie” zu sprechen zeigt obendrein ein seltsames Verfassungsverständnis des vermeintlichen Freidemokraten. Vielmehr sind ingorierte Beschlüsse des Parlaments sowie das Belügen desselben ein Schaden für die Demokratie. Da sollte Ursache und Wirkung nicht verwechselt werden. Ich freue mich jetzt jedenfalls erst einmal auf einen Bezirksamtsleiter, der kompetent, humorvoll, eloquent und ein führungsstarker und fairer Vorgesetzter und Macher ist.

Ein Grüner wird nicht Bezirksamtsleiter

Donnerstag, Juni 7th, 2007

So schnell kann es gehen. Gestern entschied sich die Mitgliederversammlung in Altona zu zwei Dritteln gegen Jo Müller. Das hat erfreulicherweise bei Fraktion und Jo Müller einiges bewegt und ich nehme heute erleichtert, aber auch mit großem Respekt zur Kenntnis, dass Jo seine Kandidatur zurückzieht. Zu viel war seit dem letzten Posting geschehen: Absprachen nicht eingehalten, Verwaltung undifferenziert kritisiert, Partei gespalten, den Posten politisiert. Es war die Notbremse. Klar, das wirft jetzt erst einmal natürlich nicht gerade ein optimales Licht auf die GAL und insbesondere die Fraktion in Altona. Das ist für mich umso belastender, als ich in der Findungskommission war und dort noch für Jo Müller gestimmt habe. Aber nachdem er innerhalb weniger Tage alle öffentlich geäußerten Zweifel bestätigt hatte, musste ich mich meiner Fraktion als Umkipper offenbahren. Ich konnte nicht anders. Jetzt müssen wir die Scherben zusammenkehren.  Das scheint aber offensichtlich schneller zu gehen, als befürchtet. Das Klima in der Fraktion ist trotz der harten Wochen gut, Der Fraktionsvorstand stand trotz der Niederlage nie zur Disposition und hat das volle Vertrauen aller Fraktionäre. Und was die Koalition betrifft: Ein gute Ehe muss sich in der Krise bewähren. Ich bin recht zuversichtlich, dass die stabile Beziehung das übersteht und daraus sogar in gewisser Weise gestärkt hervorgeht. Ein Experiment muss schließlich auch mal harte Zeiten überstehen.